Themen und Inhalte

 

 

 

Unser Training ist sehr umfangreich und abwechslungsreich. Wir verstehen die Kampfkunst Ninjutsu als eine “komplette Kampfkunst”. Das heisst, es werden alle erdenklichen Bereiche des Kampfes abgedeckt.

Grobe Unterteilung:

  • Klassische Kampfkunst und Basistechniken
  • moderne Umsetzung der Basis in der Realität
  • Szenario-basiertes Verteidigungstraining, Konfliktmanagement.
  • Klassisches Waffentraining
  • moderner Waffenkampf
  • Freitraining: Das sind zusätzliche Trainingseinheiten, in denen Sie Zeit und Gelegenheit haben, Erlerntes zu vertiefen und auch unseren Kraftraum zu nutzen. Die Mitglieder treffen sich in lockerer Runde und trainieren miteinander.

Neben der Kampfkunst und Selbstverteidigung beeinhaltet unser Training auch gesundheitliche Aspekte:

  • Trainingslehre, Sportmedizin
  • Stretching und Entspannung
  • Kräftigung, Muskelaufbau, Ausgleich muskulärer Dysbalancen
  • Stärkung von Gelenken, Verbesserung von Körperwahrnehmung
  • Yoga, QiGong, Pilates, Feldenkrais, Osteopathie
  • Ernährung

 

Klassische Kampfkunst und Basistechniken:

Die Bewegungen sind gross, körperbetont und schwungvoll. Es geht nicht um Schnelligkeit, sondern um korrekten Abstand und Winkel zum Gegner. Sie bekommen ein Gefühl für die Techniken und verstehen wie und warum diese funktionieren. Alle Techniken werden relativ langsam ausgeführt. Sie erlernen ein System alter überlieferter Techniken und Strategien und deren Abwandlungen (Varianten). Dieser Bereich wird im Training am meisten bearbeitet.

Sie lernen Ihre Körperwaffen kennen: diverse Schläge mit der Hand, Ellbogen, Unterarm, Schulter, Kopf, Kicks mit dem Knie, Schienbein und diverse Kicks mit dem Fuss. Dazu kommen Hebel, Würfe, Würgetechniken oftmals mit gezielten Angriffen auf Nervenpunkte. Sie lernen den menschliche Anatomie und die Schwachstellen des menschlichen Körpers kennen. Unsere Gymnastik bereitet Ihren Körper auch diese Techniken vor.

Moderne Umsetzung der Basis:

 

Eine reale Situation ist eine sehr stressige, dynamische Angelegenheit. Man hat keine Zeit, Angst und Adrenalin machen klares Denken so gut wie unmöglich. Nun kann man sich nur noch auf Reflexe und Intuition verlassen. Und genau das erlernen Sie in diesem Bereich.

Zu unseren Mitgliedern gehören Otto-Normal Bürger, aber auch Polizisten, Soldaten, Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten, Rettungsdienst und der Justiz. Sie erlernen, wie die alten klassischen Techniken schnell und effektiv in einer echten Situation umgesetzt werden. Dabei wird auch auf Ihre persönliche Situation im Alltag und im Dienst eingegangen. Wie Sie Ihren Gegner schnell unter Kontrolle bekommen und bereit für weitere Angreifer sind. Sie erlernen die Körpersprache des Gegners zu deuten, und wissen so, was er plant und wann er angreift und wie Sie auf Konterversuche reagieren müssen. Dieser Bereich unseres Trainings ist oft sehr schweisstreibend und manchmal sehr ernüchternd. Es geht uns hier um Selbsterkenntnis. Wo liegen Fehlerquellen? Daran kann man dann weiterarbeiten und sich verbessern. Wichtig dabei: Es wird auf Sicherheit großer Wert gelegt. Es gibt bei uns sehr selten ernsthafte Verletzungen. Im klassischen Teil haben Ihre Trainingspartner gelernt, wie weit sie gehen können.

Gerade bei Mitgliedern mit behördlichem Hintergrund gehen wir auf Szenarien und Erlebenisse im Dienst ein, um Lösungsansätze und Verbesserungen zu erarbeiten.

Bei der modernen Umsetzung geht es auch um psychologische Aspekte des Kampfes wie Aufmerksamkeit, Verhalten, Situations-Analyse, Vermeidung und Deeskalation von potentiellen Konfliktsituationen. Ofmals arbeiten wir hier mit Szenarien, wie diese durchaus im täglichen Leben vorkommen.

Neben dem Kampf im Stehen gegen einen oder mehrere Gegner, lernen Sie auch im Sitzen (Stuhl, Auto,…), beengten Verhältnissen (Aufzug, Gang in einem Gebäude) und auch in liegender Position am Boden zu kämpfen. Dies kann passieren, wenn Sie im Kampf stürzen oder vom Gegner zu Boden gerissen werden. Sie lernen auch hier, die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Szenario-basiertes Training:

Auf der Matte hat man viel Platz, hat eine ebene Fläche und kann sich voll auf den Partner konzentrieren. Man muss sich nicht um Wände, evtl. Möbel, schlechte Lichtverhältnisse etc. kümmern. In der Realität befinden Sie sich evtl. auf einer Treppe, in einem engen Gang, in einem Bus, sitzen auf einem Stuhl. Da wir auf Realismus Wert legen, werden Sie auch mit diesen Dingen hin und wieder konfrontiert und wir zeigen Ihnen, wie Sie scheinbare Nachteile zu Ihrem Vorteil nutzen. Sie lernen Ihre Umgebung taktisch zu analysieren. Wie wirkt sich schlechte Sicht, Dunkelheit oder auch bereits die Kleidung auf die Möglichkeiten der Selbstverteidigung aus?

 

Moderner Waffenkampf:

In der heutigen Zeit bekämpfen sich Menschen nicht mehr mit Schwertern oder zwei Meter langen Lanzen etc. Heute sind die Waffen leichter, die Gegner bewegen sich schneller. Waren im klassischen Bereich die Bewegungen noch groß und relativ langsam, geht es hier wieder um schnelles reflexartiges Reagieren! Wir beschäftigen uns hier hauptsächlich mit Messerkampf, Stockkampf, improvisierte Waffen.

Die Theorie dahinter: Man kann zu Waffen stehen, wie man will. Manche Menschen lehnen diese als “böse” ab. Eine Waffe ist für uns ein Hilfsmittel, ein Werkzeug, wenn man so will. Es hilft einer Person Defizite an Kraft, Reichweite in einer Bedrohungssituation auszugleichen. Eine 55kg-Frau ist für einen 90kg-Mann kein allzu gefährlicher Gegner. Hat diese 55kg-Frau jedoch ein Messer in der Hand und kann damit dazu noch umgehen, sieht die Sache sofort anders aus…

Wir sind der Meinung, dass man sich gegen einen bewaffneten Angriff nur effektiv wehren kann, wenn man mit der eingesetzten Waffe vertraut ist. Wir betreiben keinen Waffenkult. Waffen sind für uns Hilfsmittel in der Selbstverteidigung, um uns und andere zu schützen. Wichtig dabei: Unbewaffnete Selbstverteidigung und bewaffnete Verteidigung gehen in der Realität nahtlos ineinander über. So auch in unserem Training.

Auch hier wird aus verschiedensten Situationen gearbeitet: Stehen, Sitzen, Liegen, enge Räumlichkeiten, normale Kleidung.

 

Messerkampf: Kampf mit dem Messer und gegen Messerangriffe aus verschiedensten Situationen im Stehen, Sitzen und Liegen. Ein Messer ist in unserer Denkweise nicht nur eine Stich- und Schnittwaffe. Ein Klappmesser kann beispielsweise zunächst eine Schlagwaffe und Druckwaffe (z.B. Druck auf Nervenpunkte etc.) sein. Gerade für unsere Mitglieder aus den Bereichen Polizei und Justiz ein ständig wichtiges und brisantes Thema!  

 

Stockkampf: Hier beschäftigen wir uns meist mit 60cm Stöcken (Schlagstock) und 90cm Stöcken (Spazierstock, Regenschirm), aber auch mit dem Tonfa (Schlagstock mit seitlichem Griff).

Sie erlernen offensive und defensive Taktiken mit und ohne Stock. Hier werden viele sog. Drills trainiert, mit denen automatische Reaktionen aufgebaut werden. Sie lernen schnell und reflexartig zu Reagieren. Dazu lernen Sie die Hebel etc. aus dem klassischen Bereich zu integrieren.

Improvisierte Waffen: Das ist für uns alles, was nicht sofort üblicherweise als Waffe angesehen wird. Taschenlampe (Schlagwaffe, Blendwirkung), Kugelschreiber, Krawatte, Jacke, Schuhe, Gürtel, Kappe, Taschen und Aktenkoffer und vieles mehr. 

Schusswaffen: Was tun Sie, wenn Ihnen jemand eine Pistole ins Gesicht drückt? Wie reagieren Sie, wo Packen Sie zu, wo schlagen Sie hin? Und was machen, Sie, wenn Sie dem Gegner die Waffe abgenommen haben? Wie reagiert ein dienstlicher Nutzer, wenn ihm die Waffe entrissen wird? Wie verschafft er sich situativ die Zeit/Möglichkeit, diese überhaupt zu ziehen?

 

 

War im alten Japan noch das Katana die dominierende Waffe, so ist es in unserer Zeit die Feuerwaffe. Sie erlernen sich gegen Angriffe und Bedrohungen mit Schusswaffen (Pistolen, Revolver, Gewehre) zu wehren.

 

Sie lernen die Möglichkeiten und Grenzen der Verteidigung und auch der Waffen kennen. Daneben können Sie in speziellen Kursen und Seminaren im In- und Ausland den professionellen und sicheren Umgang mit Feuerwaffen.

 

 

Klassisches Waffentraining: Sie erlernen den Umgang mit diversen klassisch-japanischen Waffen offensiv und defensiv. Sie erlernen die Basisbewegungen, überlieferte Techniken. Die Bewegungen sind zunächst langsam, um den korrekten Ablauf zu lernen. Später werden die Bewegungen schwungvoll und dynamisch. Ein weiterer Aspekt dieses Trainings ist das Muto-Dori, dass sind unbewaffnete Techniken der Verteidigung und Entwaffnung, wenn ein Krieger früher mit einer Waffe angegriffen wurde. Weitere günstige Effekte dieses Trainings sind die Kräftigung der Muskeln der Arme und Schultern. Die Bewegungen sind groß und geschmeidig, verbessern somit die Motorik und das Raumgefühl.

 

Katana, Kenjutsu:

Das Samuraischwert war die dominierende Waffe im alten Japan, Statussymbol und Machtsymbol der Samurai. Die Techniken mit dieser Waffe sind schnell, präzise, die Bewegungen anmutig. Üblicherweise wurde dieses Schwert zweihändig geführt. Es gibt aber auch einhändige Techniken und auch gemischte Techniken mit dem Katana und dem Wakizashi (Kurzschwert). Die Körperarbeit des Ninjutsu baut auf den Bewegungen mit dieser Waffe auf. So finden Sie ähnliche Bewegungen im Stockkampf und sogar in den Boxtechniken des Ninjutsu.

 

In aller Regel trainieren wir Schwertkampf mit Holzschwertern (Bokken), Bambusschwertern (Shinai) und speziellen Schaumstoff-gepolsterten Trainingsschwertern. Nur Fortgeschrittene Schüler trainieren mit stumpfen Stahlschwertern zunächst Solo-Formen (Ziehen, Schnittformen, Zurückbringen des Schwertes in die Scheide). Schüler mit langer Erfahrung trainieren auch Partnerformen. Später kommen dann auch Schnitt-Übungen mit scharfen Schwertern an Bambusrollen (Tameshi-Giri) dazu.

Stockkampf: In Japan gab es verschiedene Stocklängen: Hanbo (90cm), Jobo (ca. 120cm) und den Roku-Shaku-Bo (180cm). Daneben beschäftigen wir uns mit 60cm-Stöcken (Schlagstock) und Kobutan (ca. 20cm). Die Waffen waren in Japan allgemein recht schwer und wuchtig, weshalb diese meist zweihändig benutzt werden. Sie erlernen neben Blocks und Schlägen auch Hebel und Würfe mit diesen Waffen auszuführen und wie man beispielsweise einen Regenschirm oder Spazierstock effektiv in diversen Szenarien als Verteidigungswaffe nutzt.

Messerkampf, Tantojutsu: Der Tanto war in Japan ein Messer mit ca. 20-30cm Klingenlänge. Welche Klingen eine Person mit sich führen durfte, hing von seinem gesellschaftlichen Rang ab. Eigentlich war es nur den Samurai und Adligen erlaubt, ein Katana zu führen. Nur der Tanto war auch einfachen Menschen in Japan als Verteidigungswaffe erlaubt. Neben Schnitten und Stichen wurde diese Waffe oft auch als Hebelwaffe mit und ohne Scheide benutzt.

 

Stabwaffen: Das Ninjutsu kennt verschiedene Stabwaffen. Die Schaftlänge lag bei 2-3 Metern und es waren diverse Klingen vorne angebracht. Die bekanntesten Waffen waren der Yari und die Naginata. Der Yari war ein Speer mit einer Schaftlänge von 180-300cm mit einer zweiseitigen Dolchklinge. Die Naginata war eine Art Hellebarde. Schaftlänge ca. 180cm mit einer Schwertklinge vorne angebracht. Während der Yari eine typische Infanteriewaffe des Fußsoldaten war, so war die Naginata auch eine beliebte Frauenwaffe. Noch heute werden mit Bambuswaffen in Japan Wettkämpfe mit der Naginata ausgefochten. Und dort ist diese Kampfsportart von Frauen dominert.

Seilwaffen: Neben Seilen wurden oft auch Ketten benutzt. Die bekannteste Waffe war die Kusari-Fundo, eine Kette mit einem kleinen Stahlgewicht an jedem Ende. Eine äußerst effektive Waffe, die sehr diskret geführt werden konnte. Eine solche Waffe, konnte jedoch auch ein einfacher Gürtel oder eine Schnur sein. Manchmal wurden Ketten auch an Sicheln oder ähnlichen Waffen befestigt (Kusari-Gama, Shoge) und sogar in hohle Bambusstöcke eingebaut.

 

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